Unternehmenswandel (4/5) – Changing Running Systems

Wieso Businessmodelle häufig hinterfragt werden sollten

Als Businessmodell wird häufig die Logik eines Unternehmens, genauer gesagt der Weg, wie es wertschöpfend agiert und einen Mehrwert erzielt, bezeichnet. Folglich ergibt sich ein Problem: Solange es funktioniert, soll das Modell auch nicht geändert werden. Getreu dem Motto „never change a running system“ wird häufig auf einem bewährten Modell beharrt.

Aber nur, weil es dauerhaft vielerorts verwendet wird und profitabel ist, heißt das nicht, dass es auch zukünftig Erfolg verspricht. Hierbei gilt es, nicht nur aktuelle Entwicklungen des Marktes im Auge zu behalten, sondern weitblickend zu agieren.

So wie das hauptsächlich als Streaming-Dienst bekannte Unternehmen Netflix, das diesbezüglich als Paradebeispiel in die Geschichte der Digitalisierung eingegangen ist. 1997 hat Netflix ursprünglich damit begonnen, DVDs per Mail-Bestellung zur Verfügung zu stellen. Doch Reed Hastings, Gründer und noch heute CEO von Netflix, hat erkannt, welches Ausmaß die Digitalisierung mit sich bringen wird. So hatte sein Businessmodell mit den DVDs nur wenig Zukunft, weshalb er frühzeitig den Entschluss fasste, auf einen Streaming-Dienst umzusteigen.

Und wie im vorherigen Teil der Serie gilt: manchmal ist ein Schritt zurück wichtig, wenn man vorankommen möchte. Denn nachdem Netflix bekanntgab, den DVD-Dienst zu beenden, gingen zunächst eine Menge Kunden verloren. Heute laufen beide Geschäftsmodelle parallel, auch wenn der Streaming-Dienst, der seit 2007 existiert, für einen Großteil des Gewinns verantwortlich ist. In den folgenden Jahren hat Netflix seinen Umsatz nämlich verdoppelt.

Fragen an das Modell

So einfach es an Beispielen aus der Vergangenheit klingt, ein Businessmodell zu ändern, so schwierig ist es, dies in der aktuellen Geschäftswelt zu tun, respektive zu erkennen, wann das nötig ist. Steht jedoch im Raum, ob ein Businessmodell geändert werden soll, wären folgende Fragen zu beantworten: Gibt es einen Wettbewerber, der ein anderes Modell hat und wie erfolgreich ist er damit? Auf welchem Weg macht ein Unternehmen überhaupt Umsatz? Wie steht es um die Nachhaltigkeit des aktuellen Businessmodells oder hat es sogar ein Ablaufdatum? Wie verändert sich der Markt und die Rahmenbedingungen des Marktes?

Das sind Fragen, die sich Unternehmer stellen sollten. Nicht nur dann, wenn es brenzlig um das Unternehmen steht, sondern regelmäßig. Denn nur wenn das Modell rechtzeitig hinterfragt wird, kann auch effektiv reagiert werden – schließlich muss eine Umstrukturierung kein Zwang sein, sondern kann eine Menge Chancen bieten.

 

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