Unternehmenswandel (3/5) – Umstrukturierungen erkennen

Wenn der Markt Unternehmen zur Transformation zwingt

In den vorherigen Teilen dieser Serie wurde bereits beschrieben, woran am eigenen Unternehmen erkannt werden kann, dass eine Umstrukturierung nötig ist, es womöglich sogar komplett umgekrempelt werden muss. Doch wenn solch ein großer Schritt in die Wege geleitet wird, muss das nicht immer am eigenen Betrieb liegen. Auch der Markt kann sich so entwickeln, dass das eigene Unternehmen womöglich verdrängt und ersetzt werden kann.

Daher gilt es, stets Ausschau nach der Konkurrenz zu halten, wenn diese versucht, das gleiche zu tun wie man selbst. Besonders dann, wenn sie es zu einem geringeren Preis tut. Sobald der Markt analysiert ist und festgestellt wurde, dass sich etwas Neues tut, was dem eigenen Unternehmen gefährlich wird, gilt: je früher reagiert wird, desto besser.

Der Hersteller für digitale Drucker und Kopiergeräte Xerox hat das vor Jahren vorgemacht. Nachdem der Markt in den späten 90ern aus Asien geflutet wurde, als beispielsweise Canon und Ricoh dazustießen, setzte sich Xerox das Ziel, nicht mehr von der Produktion abhängig zu sein. Die Folge war, dass im Jahr 2001 der Unternehmenszweig gewechselt wurde. Xerox wurde zu einem Technologie- und Dienstleistungsunternehmen, das sich auf den Dokument-Management-Bereich spezialisierte.

„Nein“ zum Business as usual

Dieser Fall zeigt auch: Manchmal ist es besser einen Schritt zurück zu machen, um wieder in die Erfolgsspur zu gelangen. Denn die Aktie von Xerox verlor zunächst bedeutend an Wert, fast ein Drittel aller Stellen wurden gestrichen – und das nur, um zehn Jahre später auf Platz 121 der erfolgreichsten Unternehmen weltweit zu stehen.

Denn obwohl das ursprüngliche Kerngeschäft verkleinert wurde, hat sich der Gesamtumsatz um 60 Prozent vergrößert. Stellt sich die Frage: Wie kann man es Xerox gleichtun, um rechtzeitig reagieren zu können? Wichtig ist hierbei, nicht nur den vorhandenen Markt im Auge zu behalten. Auch Start-Ups müssen analysiert werden. Zudem sollte nicht nur die augenscheinliche Konkurrenz, sondern auch die Partner im Auge behalten werden, falls diese den eigenen Platz auf dem Markt einnehmen können.

Und zu guter Letzt gilt, dass es Entschlossenheit und Akzeptanz der Situation benötigt, wenn ein Unternehmen neu strukturiert und transformiert werden soll. Denn alte, bekannte Wege sind nicht immer die Besten – oder wie der damalige Xerox-CEO Rick Thoman sagte: „nach dem Motto Business as usual können wir nicht im Wettbewerb gewinnen.“

Quellen:

Neuste Artikel