Unternehmenswandel (1/5) – Vorreiter Nestlé

Wann Unternehmen neue Wege einschlagen sollten

Es ist eine harte Entscheidung, vor der wohl jeder Unternehmer Ängste schürt: Es ist die Frage, wann und ob der Zeitpunkt gekommen ist, dass das Kernprodukt eines Businessmodells gewechselt werden muss? Und wird es überhaupt so weit kommen? Dabei gilt, dass wenn dieser Wandel früher erkannt wird, er auch leichter durchzuführen ist – noch ehe es zu spät ist.

Doch solche Änderungen bringen auch Nachteile mit sich. Mitarbeiter fühlen sich gefährdet, Kunden werden womöglich verwirrt geschweige denn die Investoren, die es in der Regel ohnehin nicht mögen, wenn Strategien eingeführt werden, die sich noch nicht bewährt haben. Wieso sollte ein funktionierendes Unternehmen auch an seiner Grundidee rütteln?

Laut einer Umfrage der Havard Business Review gehen dennoch nur ein Drittel der Führungskräfte davon aus, Veränderungen in ihrem Unternehmen binnen der kommenden zehn Jahre durchführen zu können. Und das, obwohl 80 Prozent bereits bemerkt haben, dass Veränderungen notwendig sind.

Nestlés neuer Anstrich

Insgesamt gibt es fünf Leistungsfaktoren, welche in dieser Serie beschrieben werden, an denen man feststellen kann, dass Veränderungen vorgenommen werden müssen. Der erste dieser Faktoren sind die Kundenbedürfnisse. Der scheinbar offensichtlichste Faktor ist aber häufig schwierig auszuwerten. Denn hier gilt es zu unterscheiden, worin die Bedürfnisse vom Endverbraucher liegen und worin die eines möglichen Zwischenhändlers, der ebenfalls Kunde des Unternehmens ist.

Ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich diese Frage gestellt hat, ist Nestlé. 70 Prozent seines Umsatzes machte der Schweizer Konzern vor der Jahrtausendwende noch mit Getränken, Milchprodukten und Schokoladenkreationen. Dennoch zweifelte Peter Brabeck-Letmathe, von 1997 bis 2008 CEO bei Nestlé, an der Nachhaltigkeit des Unternehmens. Das veranlasste ihn dazu, die Errichtung eines Forschungszentrums in die Wege zu leiten.

Heute, 15 Jahre nach dieser Transformation, macht der ursprüngliche Unternehmenskern, bestehend aus Schokoladen- und Milchprodukten sowie Getränken, nur noch 47 Prozent des Umsatzes aus. Man kann also sagen: Nestlé hat die Zeichen der Zeit erkannt, denn der Erfolg gibt dem Unternehmen recht: Binnen 20 Jahren ist die Aktie des Unternehmens um 831 Prozent gestiegen.

Es ist also abschließend nicht nur wichtig zu erkennen, dass eine Transformation nötig ist. Viel eher ist die Herausforderung gegeben, diese auch durchzuführen und damit herauszufinden, welche Bedürfnisse des Marktes noch nicht erfüllt werden, zu deren Befriedigung ein Unternehmen aber in der Lage ist. Daher gilt, dass Veränderungen möglichst früh durchgeführt werden sollten. Denn wird damit zu lange gewartet, könnte es bereits zu spät sein.

 

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