Teslas großer Sprung

Autonomes Fahren rückt immer näher.

Ist autonomes Fahren schon serienreif? Diese Frage beschäftigt mit der fortschreitenden Entwicklung von Google, Tesla, Uber und Co. immer mehr Menschen auf der Welt. Ein Grund dafür war zuletzt ein einfaches Update von Tesla mit dem simplen Namen „Version 7.0“. Dass sich hinter diesem simplen Namen ein Update auf einen Autopiloten verborg, wussten anfangs nur wenige. Kurze Zeit später jedoch kursierten bereits erste Videos im Netz, in denen Tesla-Fahrer im alltäglichen Berufsverkehr die Hände vom Steuer nahmen und das Auto sich selbst überließen.

Legal ist das nicht, jedoch ist in all diesen Videos eines deutlich: vollstes Vertrauen in das autonome Fahren haben nur die Wenigsten – und das, obwohl das Tesla-Update nahezu problemlos funktionierte, andere Autos und Hindernisse erkannte, die Geschwindigkeit und die Spur ohne Komplikationen halten konnte und alle Fahrer ans Ziel brachte. Dennoch behielten die meisten der Fahrer ihre Hände in Lenkradnähe, das Vertrauen in die Technologie ist wohl noch nicht völlig gegeben.

Technik besser als der Mensch?

Dabei hat die Technik den Vorteil, Distanzen haargenau abzuschätzen, lässt also Subjektivität des Fahrers weichen und sorgt stattdessen mit schnellerer Datenverarbeitung für eine Art standardisierten Fahrprozess. In der Theorie klingt das wesentlich sicherer als ein menschlicher Fahrer, in der Praxis offenbaren sich dem Autopiloten jedoch in außergewöhnlichen Situationen seine Grenzen. Das ist dann der Fall, wenn Fahrbahnmarkierungen fehlen, Hindernisse in die Fahrbahn ragen und die Spur verlassen werden muss, um diese zu umgehen. Dennoch ist es dieser Technik schon des öfteren gelungen, Unfälle zu vermeiden.

Der Mark Fields, CEO von Ford, ebenfalls ein Big Player im Bereich des Autonomen Fahrens, stellte genau eine solche Situation in einem Interview in der MIT Technology Review dar: Wenn an einer Kreuzung vier Autonome Fahrzeuge stehen, habe im Prinzip keines dieser Fahrzeuge Vorfahrt. In diesem Fall würde ein Mensch am Steuer sich an die Kreuzung herantasten, die Regeln „brechen“ und fahren, beziehungsweise fahren gelassen werden. Da sich autonom fahrende Autos jedoch stets an die Regeln halten, ist genau das noch eines der Probleme, die diese Technik bietet.

Dennoch nehme auch Ford das Autonome Fahren sehr ernst, hebt Fields hervor. „Auf dem höchsten Level transformieren wir unser Unternehmen gerade von einem Automobilhersteller zu einem Auto- und Mobilitätsunternehmen.Ford Smart Mobility nenne sich das, während gleichzeitig weitere Begleiterscheinungen wie Ride-Sharing-Services getestet werden sollen.

„Kein Lenkrad und keine Pedale“

Tesla ist an dieser Stelle schon weiter, was auch an der unorthodoxen Herangehensweise von Elon Musks Elektroauto-Unternehmen liegen könnte. Für 4.250 Dollar konnten sich Kunden vor einiger Zeit ein Zusatzpaket für ihren Tesla zulegen. Es beinhaltete Sensoren, eine Kamera, Frontradar und digitale Bremsen, womit Kollisionen vermieden werden sollten.

Nun, Ende des vergangenen Jahres, folgte also das Update auf den Autopiloten. Doch auch Musk warnte seine Kunden noch vor dem vollen Vertrauen in die (fast) autonome Technik, was wohl auch einen rechtlichen Hintergrund hatte, denn die Verantwortung trägt immer noch zu 100 Prozent der Fahrer. Trotzdem scheint es, als würde das Autonome Fahren immer näher rücken und sich damit auch Musks Vision in nicht allzu ferner Zukunft bewahrheiten: „Das Auto der Zukunft wird kein Lenkrad und keine Pedale mehr haben. Man wird einsteigen und dem Auto nur sagen, wo es hinfahren soll und im Prinzip könnte man dabei schlafen – so sicher ist es dann.“

Quellen:

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