Startup Autobahn: Daimler fördert innovative Unternehmen

Accelerator-Programm startet in Stuttgart.

Deutschland bekommt ein neues Accelerator-Programm. Startup Autobahn heißt es und soll Start-Ups aus verschiedenen Bereichen rund um das Thema Mobilität fördern und den Einstieg und die Entwicklung in der Automobilbranche vereinfachen.

Der Silicon Valley ist die High-Tech-Hochburg schlechthin. Im südlichen Teil der San Francisco Bay Area haben praktisch alle erfolgreichen Technologie-Unternehmen der USA einen Sitz. Alleine die vier weltweit wertvollsten Marken nach ihrem Marktwert aus dem Jahr 2015 – also Apple, Google, Microsoft und IBM – haben Entwicklungszentren im Silicon Valley, obwohl ihre Hauptsitze eigentlich in Kalifornien, New York oder Washington liegen.

Ebenfalls im Silicon Valley ansässig ist der Start-Up-Accelerator Plug and Play, der bereits Erfolgsgeschichten wie Dropbox oder PayPal in seinem Portfolio präsentiert. Nun arbeitet Plug and Play auch mit Daimler zusammen, jedoch nicht im Silicon Valley. Denn die neue, deutsche Start-Up-Schmiede könnte schon bald „Startup Autobahn“ heißen und in Stuttgart ansässig sein.

Startup Autobahn ist ebenfalls ein Accelerator-Programm vom Initiator Daimler. Frisch gegründete Unternehmen konnten sich hierfür bewerben, ehe 25 Start-Ups am Selection Day am 14. Juli 2016 ausgewählt wurden. Das Prinzip dieses Wettbewerbs ist simpel und von Startup Autobahn auf seinen Social-Media-Kanälen deutlich formuliert: „Sie liefern die Ideen, wir alles andere.“ Vorläufiges Ziel des Programms ist der Expo-Day, auf welchen die Gewinner des Wettbewerbes mit Coaches und Mentoren vorbereitet werden.

Klar, dass viele Start-Ups gerne die Vorteile solcher Programme in Anspruch nehmen würden. 300 junge Unternehmen aus der ganzen Welt zeigten ihr Interesse am Accelerator in Stuttgart.

„Die Chancen der Digitalisierung nutzen“

Dort werden auch die Räumlichkeiten von den Acceleratorn gestellt – und das in einer Form, die besser kaum sein könnte. Der Stuttgarter Forschungscampus Arena2036 (Active Research Environment for the Next Generation of Automobiles) liefert die Infrastruktur für die Start-Ups. Dazu gehören beispielsweise 3D-Drucker oder die Software, die nötig ist, um letztlich an Prototypen zu arbeiten.

„Wir gehen neue Wege und werden durch die zusätzlichen Impulse aus der Start-Up-Szene unsere Innovationskultur noch weiter forcieren. Die schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Top-Talenten aus der Gründerszene wird uns einen weiteren Weg öffnen, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen“, hebt Wilfried Porth, Vorstand Personal und Arbeitsdirektor, IT & Mercedes-Benz Vans der Daimler AG, die Beweggründe für das Programm hervor.

Aus welcher Richtung die Start-Ups kommen oder wohin sie sich entwickeln, ist dabei fast völlig frei gestellt. Ob Internet of Things, Produktionstechnik, Logistik, ortsbasierte Services, Cyber Security, Biometrie, natürliche Sprachverarbeitung, Prozessoptimierung, Kundenerlebnis oder Predictive Analytics, es ist nahezu alles möglich. Kein Wunder aber, dass sich angesichts der Beteiligung von Daimler und der High-Tech-Werkstatt Arena2036, die ihren Namen anlässlich des 150. Jubiläums des Automobils erhielt, vieles dennoch um das Schlagwort Mobility dreht. Ziel ist es für Daimler, Mobilität mit möglichst niedrigem Energieverbrauch zu perfektionieren.

Stuttgart statt San Francisco

Dass der Innovationsgeist hierfür nicht vom Silicon Valley, sondern aus der deutschen Metropole stammt, ist bewusst gewählt. „Im Gegensatz zu Silicon Valley mit Software-Fokus, sollen bei Startup Autobahn nicht nur software-, sondern vor allem auch hardwareorientierte Projekte im Vordergrund stehen“, sagt Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG.

Der Standort Stuttgart hat dabei nicht nur den Vorteil, die städtische Universität als Kooperationspartner für Daimler beim Projekt Startup Autobahn zu stellen, weiß auch Saeed Amidi, CEO vom Plug and Play Tech Center: „Stuttgart ist eine der weltweit führenden Automobil- und High-Tech-Regionen und bietet daher die idealen Voraussetzungen für Start-Ups.“

Am Ende bleibt eine Win-Win-Situation. Denn Daimler steht vor einer Kooperation, die es Start-Ups ermöglicht, sich rasant weiterzuentwickeln, gleichzeitig aber vor allem für den Automobilhersteller enorme Fortschritte in der Digitalisierung und der Verbindung zur Mobility verspricht.

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