Howdy, Meekan & x.ai – Siris Alternativen in der Geschäftswelt

Spracherkennung wird immer effizienter.

Andrew Ng, Professor der Stanford University und leitender Wissenschaftler bei Baidu (dem chinesischen Pendant zu Google), sagt, er sehe die Spracherkennung an einen Punkt heranrücken, an dem sie so verlässlich wird, dass man sie einfach nutzen kann – ohne überhaupt darüber nachzudenken. Laut Ng ist die beste Technologie ohnehin unsichtbar und solange Spracherkennung immer weiter optimiert werde, hofft er, dass sie bald in den Hintergrund rücke.

Spracherkennung – besser als das menschliche Gehör

Der aktuelle Stand der Dinge: Das Programm Deep Speech 2, mit dem Baidu arbeitet, funktioniert teilweise sogar besser als das menschliche Gehör, wenn es darum geht, Aufforderungen zu verstehen. Ihr Nutzen kann prinzipiell sehr groß sein – besonders auf der zeitlichen Ebene. Wenn man beispielsweise herausfinden möchte, wie viele Einwohner Deutschland hat, wäre es grundsätzlich schneller, Siri, Cortana oder ähnliche Programme danach zu fragen, anstatt den Browser zu öffnen, den Suchbegriff einzutippen und dann entsprechende Websites aufzurufen.

Klar ist dabei aber auch, dass komplexere Suchen noch nicht mit Sprachsteuerung durchgeführt werden können. Anweisungen wie die Frage nach einer Statistik, einer Hauptstadt oder Sprachbefehle wie „Rufe Kollege XY an“ funktionieren per Sprachsteuerung dagegen schlicht schneller.

Gerade die Sprachbefehle sind dabei ein markanter Punkt. Denkt man zurück an Zustände in Büros vor einigen Jahren (z. T.  auch noch heute), wenn ein Mitarbeiter seine Sekretärin anwies, jemanden anzurufen, so kann dieselbe Aufgabe heute eine Spracherkennungs-App erledigen. Sechs Beispiele gibt es hierfür, die zeigen, welche Aufgaben Spracherkennung im Arbeitsalltag erledigen kann, inwieweit sie eine Assistentenrolle einnehmen könnte und an welchen Stellen sie Zeit und weitere Ressourcen sparen kann.  

Clara Labs – die persönliche Assistentin

  • Mit Clara wird geredet, als wäre sie eine reelle Assistentin, die letztlich gegen lästige Aufgaben, die nicht komplex sind, dafür aber viel Zeit schlucken, Abhilfe schaffen soll.
  • Clara soll mitlernen und mit jeder Aufgabe smarter werden.
  • Ein klassisches Beispiel der Funktionsweise von Clara Labs ist, Meetings per E-Mail zu terminieren und diese mit dem Kalender abzugleichen.

Digital Genius – ein genialer Dienstleister?

  • Digital Genius ist kaum zu vergleichen mit Programmen wie Apples Siri oder Googles Sprachsteuerung Cortana. Das liegt daran, dass Digital Genius nicht wie ein Assistent (z B. Clara Labs) funktioniert, sondern viel eher einen Dienstleister ersetzen soll.
  • Ein klassisches Beispiel, mit dem Digital Genius auf seiner Homepage wirbt: Wenn ein Kunde Fragen an eine Airline, mit der fliegen wird, stellt, dann können frequently asked questions (FAQs) automatisiert beantwortet werden. Fragen wie „Kann ich meinen Hund auf einen Flug mitnehmen?“ oder „Ist der Nebenplatz frei?“ können von einem Bot bearbeitet werden – das spart zusätzliche Arbeitskräfte.
  • Das Ziel ähnelt also dennoch dem von Clara Labs, denn an vorderster Stelle steht Effizienz und produktives Handeln, indem standardisierte Prozesse von dem Programm übernommen werden.
  • Führende Investoren aus dem Silicon Valley, New York oder London stehen hinter Digital Genius. Dazu gehören beispielsweise Bloomberg Beta, Singularity Investments, RRE Ventures oder Lerer Hippeau.

Howdy – automatisierte Kommunikation

  • Howdy soll Konversationen automatisieren – zumindest diese, die automatisch beantwortet werden können.
  • Howdy funktioniert nur in der App Slack und wird dort beispielsweise verwendet, um den Status von Projekten und Arbeitsabläufen abzurufen.
  • Ziel von Howdy ist es ebenfalls, zeitintensive, aber wenig komplizierte Prozesse zu übernehmen, sodass ein Mitarbeiter sich mit dem Wesentlichen befassen kann.
  • So kann Howdy Meetings ersetzen, indem es die Beiträge aller Mitglieder sammelt und bündelt.
  • Dasselbe Prinzip kann auch bei einfachen Fragen verwendet werden, um Meinungen oder allgemeine Antworten von Mitarbeitern einzuholen. Das simpelste Beispiel hierfür ist die Bestellung von Essen, die so schnell und effizient vonstatten geht.

Meekan organisiert Meetings und Flüge

  • Müsste man Meekan in einem Wort beschreiben, würde wohl „Organisation“ fallen. Denn gerade das ist das Steckenpferd der App, die nicht nur in Slack, sondern auch in HipChat Termine und weiteres managed.
  • Auf Sprachbefehle hin gleicht Meekan diese mit dem Kalender ab, erstellt Termine, berichtet, wenn es zu Überschneidungen kommt und liefert dann Alternativ-Termine.
  • Dank einer Kooperation mit Skyscanner kann Meekan auch helfen, Flüge zu buchen und avanciert so zum digitalen Assistenten.
  • Als Referenzen kann Meekan zum Beispiel Disney, Adobe und die NASA vorweisen.

x.ai verwaltet Termine & verschickt E-Mails selbstständig

  • Ähnlich wie Meekan ist auch x.ai eine Art Sekretärin, die Termine managed und einträgt.
  • Dafür übernimmt sie teilweise sogar E-Mail-Verkehr mit Arbeitskontakten, durch den sie sicherstellt, welche Termine zu welchem Zeitpunkt für alle Parteien ideal sind.
  • Forbes, Wired und das Wall Street Journal zählen zu Kunden dieses Anbieters.
  • Wie der Name bereits andeutet, ist auch x.ai eine intelligente und smarte Software.

Kasisto – smarte Kundenbetreuung in Finanzunternehmen

  • Kasisto ist wohl der Exot unter den genannten Programmen für Spracherkennung. Das liegt daran, dass Kasisto von Finanzunternehmen verwendet wird, um eine persönlichere Interaktion mit den Kunden zu gewährleisten – nicht wie die anderen Softwares zur Planung von Meetings oder dem Scheduling.
  • Auf seiner Webseite zeigt Kasisto, wozu die App fähig ist. Von Überweisungen, dem Bündeln von Aufträgen bis zum Darstellen von Transaktionen reicht der Funktionsumfang der Applikation.
  • Kasisto baut auf der Spracherkennung, der AI und der Technologie von SRI International auf, das auch auch hinter Apples Siri steckt.

Quellen

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