SolarCity – mit dem Innovations-Gen zur Solarmacht

Lyndon Rives Vision der Nachhaltigkeit scheint aufzugehen.

Wenn es so etwas wie ein Innovations-Gen gibt, dann hat es Lyndon Rive mit Sicherheit. Der Südafrikaner ist nicht nur der Cousin von Visionär Elon Musk – was bereits auf eine gute Genetik bezüglich innovativem Handeln schließen lässt – sondern hatte auch bereits mit 17 Jahren sein erstes eigenes Unternehmen, mit dem er homöopathische Medikamente vertrieb.

Nachdem bereits sein Cousin Musk sowie Rives Mutter und seine Brüder erfolgreich von Südafrika in Richtung USA aufgebrochen waren, folgte auch Rive wenig später. Sein Weg war dabei jedoch sehr ungewöhnlich: Da es schwer war, eine Greencard ohne Universitätsabschluss zu erhalten, war Unterwasserhockey seine Eintrittskarte in die USA. Durch diesen Sport wurde er in das US-Nationalteam und somit in die Staaten aufgenommen.

Dank Burning Man zum Großprojekt

Während das Element Wasser ihn sozusagen in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten spülte, war es das Element Feuer, das ihn und Musk zu einem großen Projekt führte. Auf dem Weg zum Burning-Man-Festival beschlossen beide, ein Solarunternehmen zu gründen. Es war der Grundstein für den Konzern SolarCity, der derzeit in Buffalo nicht nur die größte Solar-Herstellungsanlage Nordamerikas, sondern auch der gesamten westlichen Hemisphäre errichtet.

10.000 Panels können hier pro Tag hergestellt werden, im Jahr ergibt das ein Gigawatt potentielle Leistung. So zumindest der Plan. Zum Vergleich: Ein deutsches Kernkraftwerk schafft ebenfalls circa eine Leistung von einem Gigawatt. Finanzielle Unterstützung erhält SolarCity zudem vom Staat New York. 900 Millionen Dollar soll das Großprojekt kosten, 750 Millionen Dollar trägt New York dazu bei.

Die Frage dabei bleibt trotzdem, wieso SolarCity nun auf einen Markt stoßen möchte, der bis dato von China kontrolliert wird. Die Antwort dazu findet sich, sobald man das gesamte Photovoltaik-Geschäft betrachtet. Denn die Panel an sich machen nur ein Fünftel der Kosten einer Solaranlage aus. Anbindung ans Stromnetz, Anbringung und Installation beispielsweise gehören zum wesentlich kostspieligeren Part dieser Industrie. So stellt SolarCity nicht nur her, sondern führt einen Service bis zur abgeschlossenen Installation durch.

Sauber und preiswert – Rives großes Ziel

Zurück zu Gründer Rive, der letztlich das Ziel hat, die Verwendung fossiler Brennstoffe zu eliminieren, sodass nur erneuerbare Energien auf dem Markt sind. Um das zu schaffen, dürfe Solarenergie nicht mehr die teure, aber dafür grüne Alternative sein. Sie müsse, so ist sich Rive sicher, auch preislich mithalten, wenn nicht sogar fossile Energiegewinnung schlagen können: „Wir wollen dem Kunden die Chance geben zu wählen: Wollt Ihr mehr für ‚Dirty Power‘ zahlen? Oder ist es Euch lieber, weniger für saubere Energie aufzubringen?“

Und die Zukunft auf diesem Sektor sieht tatsächlich rosig aus. In der Vergangenheit, genau genommen 1970, kostete ein Watt Solarenergie noch 80 Dollar, 2014 sind es 70 Cent, bis 2030 sollen es Prognosen zufolge nur noch 30 Cent sein. Alleine im Jahr 2016 soll der Photovoltaik-Markt laut dem Bericht U.S. Solar Market Insight 2015 Year in Review vom Bostoner GTM Research in den USA um 119 Prozent wachsen.

Bis Mitte 2017 soll das Werk in Buffalo fertiggestellt sein und eröffnet werden. Doch es wäre untypisch für Rive, nicht schon weiter gedacht zu haben. Der Unternehmer plant bereits einen neuen Standort. Dieser soll das Zehnfache an potentieller Leistung des Werks in Buffalo erzeugen, also Panels mit dem Umsatz von zehn Gigawatt jährlich. Das wäre so viel wie alle deutschen Kernkraftwerke zusammen leisten können. Und so offenbart sich letztlich nicht nur das Innovations-Gen auf dem Stammbaum von Musk und Rive. Vielmehr ist es auch der Antrieb, der die beiden ausmacht, sich immer wieder neue, ambitionierte Ziele zu setzen. Und Recht gibt îhnen bislang stets der Erfolg.

Quellen:

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