Smart Products (2/4) – Digital Twins & Wertschöpfungsketten

Ressourcen sparen anhand von Daten?

Warum Wertschöpfungsketten von „Digital Twins“ profitieren können

Wertschöpfungsketten können lang sein. Vom Planen und Erstellen eines Produktes bis zum An-den-Mann-Bringen existieren etliche Geschäftsprozesse. Und diese kosten letztlich alle Geld. Je kürzer diese Kette also ist, desto billiger ist die Produktion; die Wertschöpfung dadurch größer. Vorausgesetzt, das Produkt behält die gleiche Qualität.

Eine Lösung, um den Ablauf zu verkürzen, sind Datensammlungen, oder auch nur Data genannt – eine Ressource, die hilft, andere, endliche Ressourcen einzusparen. Dazu gehören die persönlichen Ressourcen wie Zeit, Wissen und Arbeitsaufwand von Mitarbeitern. Somit ist das Ziel, smarte Technologie in diese Ketten zu integrieren. Prozesse, die „von Hand“ erledigt werden, sollen automatisiert werden, den Arbeitern die zeitintensive Arbeit abgenommen werden.

Ein passendes Beispiel aus der Industrie kommt dabei aus der Landwirtschaft. Hier übernehmen Sensoren, die die Feuchtigkeit messen, die Entscheidung, in welcher Form gewässert wird. Somit werden Arbeitsaufwand und die persönlichen Ressourcen eines oder gar mehrerer Mitarbeiter gespart, um effizient und ohne Verschwendung zu handeln. Alleine das zeigt: Smarte Technologie kann auch der Umwelt zu Gute kommen. Denn ähnliche Prozesse können angewendet werden, wenn es darum geht, Daten zu analysieren, um die Effektivität oder den Verschleiß von Maschinen oder Produkten zu messen. Dabei können externe Daten, wie Preise oder Wetter, aber auch interne, wie Status der Produktion oder von Serviceleistungen einbezogen werden.

„Digital Twins“ – Analyse in Echtzeit

Ziel ist es dabei, dass die Technologie dauerhaft in Kontakt mit den Produzenten ist. Die Technologie und das Produkt selbst nehmen also aktiv in der Wertschöpfungskette teil. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigte Jim Heppelmann bei einem Vortrag auf der PTC LiveWorx 2016, als er ein Fahrrad auf die Bühne fahren ließ, das mit sieben Sensoren, welche an unterschiedlichen Stellen angebracht wurden, ausgestattet war. Die Sensoren konnten von dort alle relevanten Daten des Rades zusammenfassen und ein digitales Abbild erschaffen. Dieser „Digital Twin“, wie er genannt wird, soll nicht nur die Daten, die das Rad liefert, anzeigen. Vielmehr ist es, als würde dieser „Digital Twin“ in Echtzeit das genaue Gegenstück zum realen Fahrrad sein.

Aber welchen Nutzen kann man daraus ziehen? Dafür muss man nun in größeren Sphären als bei Fahrrädern, beispielsweise in der Luftfahrtindustrie, denken. Angenommen, an dieser Stelle liefern Flugzeuge, die regelmäßig gewartet und inspiziert werden müssen, dauerhaft und live Daten, sodass ein Digital Twin das Abbild des echten Flugzeuges darstellt. Somit kann herausgefunden werden, an welcher Stelle das Flugzeug womöglich Defizite hat und wo Wartungen oder Inspektionen durchgeführt werden müssen.

Es werden damit immense Kosten, die regelmäßig für Restaurationen und Arbeitseinsatz aufkommen würden, gespart. Und das dank eines digitalen Abbildes der Originalmaschine. Zudem können daran neue Produktionen aufbauen, indem sich die Produzenten vergewissern können, wie das Produkt in Anspruch genommen wird. Der „Digital Twin“ findet seine Anwendung daher auch in Windrädern und anderen Energiegewinnungsanlagen. Womöglich ist das ein Konzept, das in naher Zukunft in noch viel mehr Bereichen Anwendung finden wird.

Quellen:

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