Scheitern von Innovationen & Wege zur Vermeidung

Weshalb gute Geschäftsideen nicht durchgesetzt werden.

Können sich erfolgreiche Unternehmen auf ihrem Erfolg ausruhen und dafür sorgen, dass alles weiterhin so läuft wie bisher? Schließlich gab ihnen der Erfolg in der Vergangenheit recht. Oder sind auch sie darauf angewiesen, innovativ zu denken und zu handeln? Von dieser Frage ausgehend gibt es verschiedene Typen von Unternehmern. Manche davon wehren sich dagegen, ihre bisherigen, erfolgreichen Prozesse zu ändern, manche stehen jeder Innovation offen gegenüber. Dabei könnten beide Extreme zu schwierigen Entwicklungen führen.

Generell scheinen Innovationen heute notwendiger denn je zu sein. 65 Prozent der Teilnehmer an einer Umfrage von Lithium Technology haben den Eindruck, es gebe heutzutage mehr Druck, innovativ zu sein. Ohnehin waren auch 58 Prozent der Meinung, in einer größeren Konkurrenz mit anderen Unternehmen zu stehen als in der Vergangenheit. Dass beide Aspekte miteinander zusammenhängen, scheint klar zu sein. Die Problematik, die sich nun aber bietet, ist die, dass Innovationen mehr sind als nur Ideen. Ihre Umsetzung ist meist sogar schwieriger als der kreative Erarbeitungsprozess.

Denn viele Manager erwarten von ihren Mitarbeitern, Innovationen durch Überstunden, also außerhalb der normalen Arbeitszeiten, zu bewältigen. Andernfalls würde es an qualifizierten Mitarbeitern mangeln. Viele sind nicht bereit, diese persönlichen Ressourcen die für Innovationen „geopfert“ werden müssen, in Kauf zu nehmen.

Andere Unternehmen gehen zu forsch an Innovationen heran, wollen viele von ihnen in kurzer Zeit einführen und mit aller Macht durchsetzen. Auch in diesem Fall können persönliche Ressourcen überstrapaziert werden.

Zu früher Abbruch?

Ein weiteres Hindernis auf dem Weg zu einer erfolgreich durchgeführten Innovation ist, dass sie häufig einfach nicht bis zum Ende durchgezogen werden. Selbstverständlich können Innovationsprozesse dazu führen, dass ein Projekt scheitert oder abgebrochen werden muss, besonders dann, wenn es zuvor nicht ideal durchgeplant wurde. Aber auch vielversprechende Projekte können irgendwann einen Tiefpunkt entwickeln. Sie dann überstürzt abzubrechen, ist häufig die falsche Entscheidung. Alternativ könnte ein Projekt auch für einen gewissen Zeitraum auf Eis gelegt werden, um es später wieder aufnehmen zu können.

Eine Studie des Instituts für Marktorientierte Unternehmensführung der Universität Mannheim hat gezeigt, dass nur 29 Prozent der befragten Manager der Ansicht waren, Innovationsprojekte zum richtigen Zeitpunkt abgebrochen zu haben. Die Hälfte der Befragten war zudem der Meinung, gute Ideen werden häufig nicht umgesetzt, obwohl sie eigentlich vielversprechend sind.

Fakten statt Intuition

Eine klassische Fehlerquelle ist dabei – neben der Beurteilung eines Projektes anhand der Intuition des Vorgesetzten anstelle von Fakten – die vorhandene Unternehmenskultur. Sie lässt häufig kein Scheitern zu, zwingt Mitarbeiter sogar, kein Risiko einzugehen oder lässt sie innovative Ideen gar nicht erst vortragen.

Hilfreich ist es daher, einen Innovationsplan zu erstellen, der genau zeigt, wie eine Innovation durchgesetzt werden soll. Ob von diesem Plan abgewichen wird, sollte dann nur anhand von Fakten, nicht intuitiv, entschieden werden. Zudem ist eine Unternehmenskultur, in der es weder peinlich noch angsteinflößend sein sollte, Innovationsideen vorzutragen, von Vorteil – nicht nur in Bezug auf die Entwicklung des Unternehmens. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit kann in einer solchen Atmosphäre verbessert werden.

Neuste Artikel