Projektionen in der Produktion – der Nachfolger von Smart Glasses?

inIT-Forschung könnte nicht nur die Produktionswelt verändern.

Smart Glasses galten lange als der nächste bedeutende Schritt in der Industrie 4.0. Besonders in der Produktion sollten die Brillen dabei helfen, das Gesehene aufzuwerten, also in Produktionsprozessen zusätzliche Informationen oder beispielsweise Anleitungen zu liefern.

Solche Datenbrillen sind Teil der Augmented Reality, die schließlich dazu führen soll, Produktionsprozesse zu perfektionieren und den Arbeitern vieles zu erleichtern. Effizienz ist hierbei oberstes Gebot. Doch Smart Glasses sind noch nicht wirklich populär und haben sich noch nicht durchgesetzt, da scheinen sie schon einen Nachfolger zu haben. Jene Datenbrillen werden nämlich häufig als unpraktisch bezeichnet. Besonders Arbeiter, die ohnehin eine Brille tragen müssen, tun sich des Öfteren schwer mit Smart Glasses. Zudem ist die Akkulaufzeit nicht immer ideal.

Eine Alternative hierfür wären zwar Tablets, diese haben jedoch ein anderes Problem, nämlich die Bedienung, für die meist eine Hand des Mitarbeiters benötigt wird. Beide Produkte können zwar die Prozesse verbessern und dienen besonders dazu, Fehler zu vermeiden, trotzdem ist die Industrie auf der Suche nach einer besseren Lösung.

Pick-by-Light als Lösung

Viele Betriebe warten daher auf die Revolution in der Augmented Reality. Vielleicht kommt diese aus den Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo. Dort wurde der bereits erwähnte, mögliche Nachfolger der Datenbrille in Form einer Augmented-Reality-Umgebung mittels Projektionen erstellt. Sie verfolgt die gleichen Ziele wie die Datenbrille oder das Tablet, jedoch können Effizienz und Sicherheit gewährleistet werden, ohne dass ein zusätzliches Gerät für den Montageprozess notwendig wird.

Die genaue Funktion ist das so genannte „Pick-by-Light“. Das bedeutet, dass ein Gegenstand, der verarbeitet werden soll, beleuchtet und so kenntlich gemacht wird. Anschließend wird mit einem 3D-Modell gezeigt, wo und wie dieser Gegenstand verarbeitet werden soll.

Auch Präsentationen und Wartungen können profitieren

Die Produktion ist aber nicht der einzige Ort, an dem Augmented Reality genutzt werden kann. Bereits in der Entwicklung nutzt Mercedes-Benz ein Tool, durch das ein virtueller Motor in ein Chassis eingesetzt wird, um zu sehen, ob dieser mitsamt seinen Anbauteilen in den dafür vorgesehenen Raum passt.

Weitere Möglichkeiten, die Augmented Reality bietet, sind Service und Wartung sowie die Präsentation von neuen Modellen. So geschehen bereits vor drei Jahren, als Nissan in Guangzhou den neuen Teana mittels AR präsentierte.

Die Möglichkeiten sind also zahlreicher, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Dennoch ist es noch nicht so weit, dass Augmented Reality in allen Produktionen heimisch geworden ist – stattdessen ist sie immer noch eher die Ausnahme als die Regel. Fraglich bleibt letztlich, ob sich das in den künftigen Jahren ändern wird.

Quellen:

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