Ions4Set – Wegbereiter für das Internet of Things

Eine europäische Lösung für die Industrie 4.0.

Das Internet of Things wird in der Zukunft von großer Bedeutung sein – nicht nur im Alltag des Menschen, sondern auch in der Industrie – da sind sich die Experten schon lange sicher. Doch diese Technologie birgt noch ein Problem, einen sehr hohen Stromverbrauch. Um diesem nun entgegenzuwirken, bleiben laut Dr. Johannes von Borany vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) nur zwei Möglichkeiten: „Entweder man verbessert die Batterien oder man entwickelt Computerchips, die deutlich weniger Energie benötigen.“

Damit Ingenieure nun nach einer Lösung für dieses Problem suchen können, wurde das EU-Projekt „Ions4Set“ in die Wege geleitet. Klar ist dabei auch die Zielsetzung: Effiziente und smarte Computerchips. Denn bis 2020 sollen 26 Milliarden Devices mit dem Internet of Things verbunden sein, ein Volumen, das mit Batterien kaum aufzufangen ist. Daher ist die von von Borany angedeutete, effizientere Lösung notwendig.

Erfolg dank Moores Law?

Und die Chancen, Computerchips auf diesen Stand zu bringen, scheinen gut zu sein, sofern auf das Mooresche Gesetz vertraut wird. Die als Faustregel für die Digitalisierung im Jahr 1965 von Gordon Moore formulierte These, Schaltkreiskomponenten auf einem integrierten Schaltkreis verdoppeln sich alle zwei Jahre, hat sich in der Folge praktisch bewahrheitet.

Dank dieser Entwicklung schreitet die Digitalisierung so schnell voran, denn die Rechenleistung von Computerchips verbessert sich exponentiell und macht damit heutige technische Innovationen überhaupt erst möglich.

Vier Millionen Euro Förderung

Kein Wunder also, dass nicht nur das HZDR an solch fortschrittlicher Technik arbeitet. Auch das französische Mikroelektrik-Forschungsinstitut CEA-Leti, das spanische Mikroelektronik-Zentrum in Barcelona (CSIC), das Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) in Erlangen, das Institut für Mikroelektronik und Mikrosysteme (IMM) des italienischen CNR und die Universität Helsinki in Finnland arbeiten zusammen an diesem europäischen Projekt.

Auch die EU hat das Potential dieses Projektes erkannt und fördert es mit vier Millionen Euro – wohl nicht ohne Hintergedanken, denn die Technologie könnte ein riesiger Wettbewerbsvorteil für die europäische Mikroelektronik werden. Schließlich besitzt es das hartnäckige Ziel, in vier Jahren einen funktionierenden Prototyp präsentieren zu können. Laut Moores Law ein Zeitraum, in dem sich eine Menge tun kann.

Auch Heinig optimistisch

Dr. Karl-Heinz Heinig, von Boranys Kollege vom HZDR, zeigte sich diesbezüglich ohnehin sehr optimistisch, wie er in einem Artikel im Innovations Report ausdrückte: „Wir sind überzeugt, dass wir das neue Projekt zum Erfolg führen werden. Einerseits bauen wir auf Erkenntnissen aus einem vorigen EU-Projekt mit Computerchip-Produzenten auf, andererseits konnten wir die führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet als Partner gewinnen.“

Somit arbeiten führende Fachkräfte aus Europa an einem Projekt, das letztlich Wegebereiter für das massentaugliche Internet of Things und seinen Einfluss auf die Industrie 4.0 sein könnte und dessen Erfolgsaussichten bis dato sehr vielversprechend erscheinen.

 

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