Innovationen in Deutschland – Förderungen und Preise

Baden-Württemberg führt beim Thema Innovationen bundesweites Ranking an.

Deutschland gilt allgemein als die Innovationsschmiede Europas. Kein anderes Land auf dem Kontinent investierte zuletzt so viel in Forschung und Entwicklung wie Deutschland, das im Jahr 2011 laut Eurostat fast so viel wie Frankreich und Großbritannien zusammen investierte. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Gründer dazu entscheiden, ihre Innovationen in Deutschland durchzusetzen. Doch auch innerhalb Deutschlands gelten nicht überall die gleichen Bedingungen. Stattdessen gibt es zwischen den einzelnen Bundesländern Unterschiede, was die Förderungen angeht.

Im Jahr 2009 führte die Bertelsmann-Stiftung eine repräsentative Umfrage über die Innovations-Bedingungen und -Ergebnisse der einzelnen Bundesländer in Deutschland durch – mit dem Ergebnis, dass Baden-Württemberg den größten Innovationserfolg und die besten Innovationsbedingungen in Deutschland gewährleistet. Auf Platz zwei in diesem Ranking liegt Bayern. Auch die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Berlin, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bremen schneiden diesbezüglich insgesamt gut ab.

Die Ergebnisse solcher Statistiken hängen jedoch nicht nur von den Standorten selbst ab, sondern auch von der Förderung der einzelnen Bundesländer. Als Beispiel hierfür gilt Baden-Württemberg, wo das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft diverse Förderungsangebote für innovative Unternehmen bietet. Diese reichen von Coachings bis hin zu finanzieller Unterstützung in Form von Innovationsgutscheinen.

Förderung durch Coachings

Mit Coachings werden kleine und mittlere Unternehmen durch einen externen Experten unterstützt. Diese Unterstützung kann folgende Ziele haben:

  • ein Innovationsmanagement aufzubauen
  • eine Marktposition erreichen
  • organisatorische Reserven erkennen
  • Potentiale ausschöpfen

Das Ziel ist es also, dafür zu sorgen, dass in innovativen Unternehmen produktiver gearbeitet werden kann.

Voraussetzungen für die Förderung

  • ein KMU mit weniger als 50 Millionen Euro Umsatz im Vorjahr
  • weniger als 250 Beschäftigte

Förderung durch Innovationsgutscheine

Eine Alternative dazu sind Innovationsgutscheine. Diese fangen bei 2.500 Euro an und reichen bis zu 20.000 Euro. Neben dieser Unterstützung bietet das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft in Baden-Württemberg auch Hilfe in Form von Beratung und Finanzierung im Innovationsbereich. Ziel der Innovationsgutscheine ist jedoch die Gewährleistung, neue Produkte zu planen, zu entwickeln und schließlich umzusetzen. Sie sind in folgenden Bereichen einlösbar:

  • öffentliche und privatwirtschaftliche Institute
  • Gesellschaften von Grundlagen- und angewandter Forschung
  • produzierende Unternehmen
  • Design- und Ingenieur-Büros

Es gibt drei verschiedene Typen von Gutscheinen, die sich an den jeweiligen Unternehmen orientieren:

  • Innovationsgutschein A: Um wissenschaftliche Tätigkeiten im Vorfeld der Entwicklung einer Innovation – egal ob Produkt, Dienstleistung oder Verfahren – zu fördern, gibt es den „Innovationsgutschein A“ über 2.500 Euro
  • Innovationsgutschein B: Für umsetzungsorientierte Forschungs-und Entwicklungstätigkeiten können 5.000 Euro in Form des „Innovationsgutscheins B“ beantragt werden
  • Innovationsgutschein B Hightech für Start-Up-Unternehmen: Bewegt sich eine Innovation in Zukunftsfeldern, wie zum Beispiel den Erneuerbaren Energien, Nachhaltigkeit, nachhaltige Mobilität oder intelligente Produkte, existiert die Möglichkeit, durch den „Innovationsgutschein B Hightech für Start-Up-Unternehmen“ 20.000 Euro Förderung zu erhalten

Preise für die besten Innovationen

Besonders im Maschinenbau scheint das Innovationspotential nahezu grenzenlos zu sein. Denn im Jahr 2015 wurden einer Statistik des BMBF zufolge so viel in Innovationen aus dieser Branche investiert wie nie zuvor. Die Tendenz ist zudem weiter steigend. Generell ist die Innovationsintensität in Branchen wie Fahrzeugbau, Elektroindustrie sowie Chemie- und Pharmabranche am höchsten. Umso aussichtsreicher erscheinen die Möglichkeiten, gewinnbringende Entwicklungen hier einzubringen und auf die Förderungen des Landes zurückgreifen zu können.

Doch es gibt auch noch weitere Möglichkeiten, an finanzielle Unterstützung für Innovationen zu kommen. Voraussetzung hierbei ist es, eine gute Idee vorstellen zu können und bei Erfinder- oder Innovationspreisen teilzunehmen. Zwei Beispiele für Innovationspreise in Baden-Württemberg sind der Artur Fischer Erfinderpreis oder der Dr.-Rudolph-Eberle-Preis. Bei letzterem werden Preise von insgesamt 50.000 Euro an Unternehmer ausgeschüttet, beim Artur Fischer Erfinderpreis sind es insgesamt 27.000 Euro, die sich auf insgesamt sechs Gewinner verteilen.

Auch dieser Preis bestätigt den statistisch erwiesenen Trend, dass die Elektroindustrie zu den innovativsten Branchen gehört, denn die ersten zwei Plätze gingen 2015 an einen Röhrenkollektor mit einem Konzentrator- und einem Empfängerelement (1. Platz) sowie eine Steckdosenabdeckung (2. Platz). Damit auch die Erfinder von morgen gefördert werden, gibt es auch einen separaten Schülerwettbewerb, in dem innovative Nachwuchskräfte für ihre Ideen belohnt werden können.

Quellen

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