Innovationen finden (4/4) – Brainswarming

Brainswarming – Die nächste Stufe des Brainstorms: Wie Ideenfindung schneller und erfolgreicher werden kann

Im vorangegangenen Teil dieser Serie wurde dargestellt, wie wichtig es ist, bei der Zielformulierung die richtigen Worte zu finden. Aber auch der Weg bei der Ideenfindung muss nicht immer der gleiche sein. Häufig fängt dieser mit dem Brainstormen an. Dr. Tony McCaffrey, ein Innovationsforscher aus den USA, setzt diesbezüglich mittlerweile auf eine neue Methode, die Brainswarming getauft wurde.

Das Wort „Swarm“ beschreibt das Verlassen auf verschiedene Ideen aus einem „Schwarm“ an Mitarbeitern. Obwohl es eine Menge Parallelen zum klassischen Brainstorming aufweist, unterscheidet sich das Brainswarming in kleinen, aber entscheidenden Aspekten. Damit jeder seine eigenen Gedankengänge fassen kann, wird bei diesem neuen Modell in Ruhe in einem Raum gearbeitet. Jeder Teilnehmer schreibt zum Beispiel auf einen Post-It seine Ideen zum Thema und bringt diese unkommentiert an einem Graphen an. Ideen werden so schneller generiert, da gleichzeitig und parallel gearbeitet wird.

Auch hierzu gehört, das Ziel auf verschiedene Weisen zu formulieren. Die Folge ist, dass der Prozess, mit dem ein Problem gelöst werden soll, auf seine grundlegenden Eigenschaften zerlegt wird, um anschließend Verbindungen zwischen den einzelnen Komponenten herzustellen.

Top-Down und Bottom-Up vereint

Es entsteht die Möglichkeit, dass sich innerhalb dieses Graphs Top-Down-Denker, also Personen, die vom Abstrakten und Allgemeinen zum Konkreten und Speziellen denken, mit Bottom-Up-Denkern, ihren Gegenpolen, ergänzen können. Damit werden wiederum Zusammenhänge zwischen beiden Denkweisen hergestellt, die in einem Dialog kaum zusammenfinden würden. In einem Graph dagegen sind diese Zusammenhänge leichter zu erkennen. Zudem findet das in einer sehr effizienten Weise statt, schließlich verspricht das Brainswarming-Modell laut McCaffrey 115 Ideen in 15 Minuten, während das Brainstorming-Modell „nur“ 100 Ideen in einer ganzen Stunde verspricht.

Verglichen wird dieses Modell oft mit einem Prozess aus der Tierwelt, wo Insekten nach dem Finden von Nahrung eine Spur zu selbiger legen, damit der Rest des „Schwarms“ diese Nahrung auch findet. Analog dazu sind im Falle des Brainswarmings Ideen die Spuren, auf die andere aufbauen können. Zu guter Letzt bietet Brainswarming den Vorteil, dass jede Idee gleichermaßen berücksichtigt wird und es dabei nicht, wie beim Brainstormen, darauf ankommt, wie und von wem sie präsentiert wird. Und das ist schließlich, worum es bei der Ideenfindung geht: Die Idee an sich und nicht der Ideengeber.

Fazit

So ergibt sich ein Fazit der Serie über die Fixierung auf Ziel, Design und Funktion sowie Branswarming – nämlich, dass es beim Suchen nach Innovationen wichtig ist, auch innovativ zu handeln. Das bedeutet, alte, bereits standardisierte Vorgänge zu ersetzen. Brainswarming statt Brainstorming einzuführen ist eine mögliche Alternative. Nicht die erste Idee, die einem in den Kopf schießt, als beste Idee zu deklarieren ist eine weitere Möglichkeit. Generell hilft es bereits, Dinge mit anderen Augen zu betrachten und nicht in ihrer herkömmlichen, im Gehirn verankerten Weise zu verwenden. Mit diesen neuen Methoden steht dann auch neuen Innovationen nichts mehr im Weg.

Quellen:

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