Innovationen finden (3/4) – Zielfixierung

Die Macht der Worte: Wie groß der Einfluss der richtigen Formulierung von Zielen sein kann.

Der Formulierung von Zielen gehen eine Menge Prozesse voraus. Statistiken durchgehen, Prozesse analysieren und vieles mehr findet statt, bevor ein Ziel feststeht und in Worte gefasst werden kann. Dass dieser letzte, abschließende Prozess der Zielformulierung jedoch nicht einfach beiläufig und wenig durchdacht durchgeführt werden sollte, zeigt das Prinzip der Goal Fixedness oder Zielfixierung.

Demnach können sich die erwarteten Innovationen auf einem breiteren und vielseitigeren Spektrum bewegen, wenn auch die Zielformulierung mehrere Aspekte beinhaltet.

Ein möglicher Weg, das praktisch anzugehen, ist es, Hypernyme zu finden. Hypernyme sind Oberbegriffe, die verschiedene Ausdrücke zusammenfassen. Ein Beispiel, das in der Harvard Business Review angeführt wird, fand seine Anwendung auf der Suche nach einem Mittel, Gehirnerschütterungen im Football zu verringern. Die ursprüngliche Zielformulierung „Gehirnerschütterungen verringern“ wurde dabei mit etlichen Umschreibungen neu formuliert. So stand am Ende eine Formulierung wegweisend für eine Innovation, die großen Einfluss haben könnte: Statt „Gehirnerschütterungen reduzieren“ wurden die Begriffe neu umgewandelt und formuliert, sodass letztlich „Traumata verringern“ und „Energie abstoßen“ ebenfalls zu den formulieren Zielen gehörten.

Aus diesen neuen Begriffen kam Jim Pearson, der von dieser Durchführung erzählt, auf die innovative Idee, mit magnetisch abstoßenden Helmen die Kraft der Aufprälle zwischen den Helmen, die in den meisten Fällen Auslöser von Gehirnerschütterungen sind, zu verringern. Eine Idee, die bahnbrechend sein kann. Und obwohl ein Patent für eine solche Technologie schon angemeldet war, zeigt der Weg zu dieser Idee, mit welcher Macht Worte beim Formulieren von Zielen agieren.

SMART-Modell – eines smartes Modell?

Weit verbreitet bei der Formulierung von Zielen ist zudem die SMART-Formel. Sie besagt, dass verschiedene Kriterien bei der Zielsetzung essenziell sind. Ziele müssen demnach

  1. spezifisch,
  2. messbar,
  3. attraktiv und akzeptiert,
  4. realistisch sowie
  5. terminiert

sein.

Besonders der Aspekt „spezifisch“ widerspricht hier aber ein wenig dem Vorgehen, Hypernyme zu verwenden, denn gerade dadurch, dass manche Ziele auf verschiedene Weisen formuliert werden, können auch unterschiedliche und innovative Ergebnisse erreicht werden. In seiner Grundidee soll das SMART-Prinzip keinen Spielraum für Interpretationen nach der Zielformulierung lassen, doch ist gerade dieser Spielraum häufig entscheidend, wenn es darum geht, innovativ und fortschrittlich zu denken. Also landet man am Ende doch wieder bei der Zielfixierung?

Nein, das SMART-Modell kann dennoch in vielen Fällen angewendet werden. Es kann aber auch helfen, eine Standardstruktur zu verlassen und den Weg zu Innovationen auf einer flexibleren Grundlage zu ebnen.

 

Quellen:

  • Ignatz Schels: Projektmanagement mit Excel 2007
  • Kaplan, C. (Carnegie Mellon University): AHA! : a connectionist perspective on problem solving
  • Fauquet-Alekhine, P.: Structuring effect of tools conceptualized through initial Goal Fixedness for work activity
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