Musk und Ahlborn: Visionäre planen Revolution

Schneller, ökologischer, sicherer – Hyperloop soll Züge ersetzen.

Über Nacht von den USA nach China fahren, 1200 Kilometer pro Stunde in einer Kapsel zurücklegen, durch ein Fast-Vakuum geschossen werden – was zunächst nach Science-Fiction klingt, könnte bald Realität werden. Dirk Ahlborn, ein deutsch-amerikanischer Unternehmer, hat angekündigt, noch in diesem Jahr den Bau eines Hochgeschwindigkeitstransportsystems zu beginnen.

Was vor einiger Zeit noch wie eine bloße Vision von Elon Musk, dem Mitbegründer von PayPal und CEO von Tesla, wirkte, ist nun konkreter denn je. Bereits Ende 2015 verkündete Ahlborn auf der Wired Mobility Conference, dass 2016 der Bau der Strecke beginnen soll, bis 2018 soll diese dann kommerziell in Betrieb genommen werden. Eine erste Vereinbarung für die dafür notwendige Fläche in Kaliforniens Quay Valley ist bereits geschlossen, auch wenn noch unklar ist, ob der Hyperloop dann in einem Kreis oder auf einer geraden Strecke unterwegs sein wird.

Dabei klingt dessen Funktionsweise so simpel wie genial. Die Passagiere befinden sich in Kapseln, welche durch ein Fast-Vakuum geschossen werden. Durch diese Technologie kann der Hyperloop bis zu 1200 km/h erreichen. Zum Vergleich: Der aktuelle Geschwindigkeitsrekord für Züge befindet sich bei 603 km/h und wurde in Japan mit Hilfe eines Magnetfeldes erreicht, durch das der Zug die Gleise nicht einmal berührt. Doch diese Technologie soll erst bis 2027 marktreif werden – zu spät, wenn man sie mit den Zielen von Musk und Ahlborn vergleicht.

„Mischung aus Concorde und Luftgewehr“

So bezeichnete Visionär Musk, der neben der Automobil- gleichzeitig in der Raumfahrt- und Solarindustrie tätig ist und damit prädestiniert für ein solches Projekt zu sein scheint, den Hyperloop als „eine Mischung aus Concorde und Luftgewehr auf Schienen“ („Railgun“). Auch Ahlborn sieht in seinem Projekt, das nicht nur durch  Geschwindigkeit bestechen soll, sondern auch in Sicherheit, Effizient und Umwelteinfluss neue Maßstäbe setzen kann, eine große Revolution: „Hyperloop wird für die USA sein, was der Bahnhof im Jahr 1800 war, es wird die Art, wie wir leben, verändern.“

Insgesamt 470 Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten derzeit an dem Projekt, das letztlich nur von Computern gesteuert werden soll. Um menschliches Versagen auszuschließen, sagt Ahlborn, der weiterhin hervorhebt, der Hyperloop werde ohnehin keine Unfälle bauen, ist sicherer, kostet weniger und sei zudem immun gegen Wetter. Das Transportsystem ist zudem darauf ausgelegt, sich nur durch alternative Energien zu versorgen, es soll laut Ahlborn nur auf Sonnen- und Windenergie sowie kinetische Energie aus den Bremsvorgängen zurückgegriffen werden.

Bleibt also abzuwarten, ob die Visionäre das ambitionierte Projekt und seinen straffen Zeitplan wirklich durchziehen können und ob der Hyperloop wirklich die nächste Stufe im Transportwesen sein wird.

Neuste Artikel