Volumen an Elektroautos soll steigen

Norwegen zeigt, wie Tesla und Co. geholfen werden kann.

Die Vorurteile gegenüber Elektroautos sind so zahlreich wie willkürlich: Sie seien unpraktisch, unsicher, gar nicht so umweltfreundlich, wie sie dargestellt werden und ihre Reichweite sei ohnehin zu gering.

Doch obwohl diese Behauptungen alle faktisch widerlegbar sind, kostet es häufig eine Menge Überzeugungskraft, Elektroautos an den Verbraucher zu bringen. Dabei macht Norwegen – ausgerechnet das Land, das durch Ölförderung zu einem der reichsten Länder der Welt wurde – gerade vor, wie die Industrie der Elektroautos gefördert werden kann: Kostenloses Parken und Aufladen für Elektroautos, Fahren auf Bus-Linien für schnellere Fahrzeiten und Zeitersparnis sowie extra Parkhäuser gehören zu den Privilegien derer, die ein EV, also ein Electric Vehicle, fahren.

Und die Liste an Förderungen ist noch länger, dazu kommen Subventionen beim Autokauf sowie Steuererleichterungen für die Fahrer elektrischer Autos. Die positiven Folgen davon sind, dass bereits im Jahr 2013 5,7 Prozent aller gekauften Autos in Norwegen Elektroautos waren, ein Jahr später stieg der Anteil sogar auf 13,6 Prozent. Zum Vergleich: In dieser Statistik folgen, mit Ausnahme von der Niederlande, die Länder Estland oder Schweden, die in dieser Statistik gerade einmal die ein-Prozent-Hürde geknackt haben.

Tesla bekommt Konkurrenz aus Detroit

Zudem hat sich auch der Markt für Elektroautos entwickelt. Tesla, der Automobilhersteller von Visionär Elon Musk, plant, in naher Zukunft nur noch Elektroautos herzustellen. Konkurrenz kriegt das Unternehmen dabei von General Motors. Bis 2017 wollen beide eine preiswerte Alternative zwischen 30.000 und 35.000 Dollar auf den Markt bringen. 300 Kilometer sollen Teslas „Model 3“ und GMs „Chevy Bolt“ mit einer Batterieladung fahren können. Eine Konkurrenz, die letztlich dem Verbraucher zu Gute kommen kann.

Gut möglich, dass beide Hersteller eine Menge Abnehmer für ihre Autos finden können, sobald diese marktreif sind. Schließlich sollen laut Jato Dynamics bis zum Jahr 2025 5,5 Millionen Elektroautos auf den Straßen der Welt fahren – das wären 20 Mal so viel wie im Jahr 2014. Und obwohl es eine große Herausforderung ist, bereits heute Absatzzahlen für die nächsten zehn Jahre vorauszusagen, scheint diese Angabe realistisch. Denn abhängig von Nachzügler-Ländern, die versuchen werden, es den Norwegern gleichzutun, kann diese Zahl noch wesentlich weiter steigen.

Viel Vertrauen – große Herausforderung

Das Ausmaß des Vertrauens, das besonders dem Model 3 von Tesla und Elon Musk entgegengebracht wird, ist scheinbar grenzenlos. So haben nach der Präsentation des Model 3 bereits 276.000 Kunden das Auto binnen 48 Stunden bestellt – und das, obwohl das Auto wohl erst 2018, also in knapp zwei Jahren, geliefert werden kann. Bis alle Vorbestellungen ausgeliefert sind, wird es womöglich sogar 2020 werden.

Doch trotz dieser Lieferprobleme offenbart sich eine Erkenntnis: Das Potential des Marktes für Elektroautos ist gegeben, außerdem wird die Basis für eine solche Entwicklung derzeit von der Automobil-Industrie geschaffen. Und auch in Sachen Energiegewinnung für die Autos dient erneut das Beispiel Norwegen, das derzeit 95 Prozent ihrer Elektrizität aus erneuerbaren Energien gewinnen kann. Es macht letztlich den Eindruck, als sei der Weg für diesen Markt und dessen Wachstum mittlerweile geebnet, sodass er eine deutliche Konkurrenz zur „normalen“ Autoindustrie werden kann.

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